Forward-Darlehen
Forward-Kredit Zinsvorlauf-Darlehennumber: 47 slug: forward-darlehen title: Forward-Darlehen aliases:
- Forward-Kredit
- Zinsvorlauf-Darlehen cluster: finanzierung shortDef: "Anschluss-Kredit, der heute schon zu aktuellen Zinsen abgeschlossen, aber erst bis zu 60 Monate später ausgezahlt wird. Schutz vor Zinssteigerungen mit Forward-Aufschlag." related:
- anschlussfinanzierung
- vorfaelligkeitsentschaedigung
- sollzins
- zinsstruktur updated: "2026-05-22"
Das Forward-Darlehen ist ein Anschluss-Kredit, der heute schon zu den aktuellen Marktzinsen abgeschlossen wird — aber erst in einer vereinbarten Zukunft (bis zu 60 Monate später) ausgezahlt wird. Es schützt vor Zinssteigerungen, kostet aber einen Forward-Aufschlag.
Die Bank schließt mit dem Kreditnehmer einen Darlehensvertrag, der erst zur Restschuld-Fälligkeit beim alten Kredit wirksam wird. Im Gegenzug zahlt der Kunde einen Forward-Aufschlag in Höhe von typisch 0,01–0,03 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit — bei 36 Monaten also 0,36–1,08 % auf den Sollzins.
Wann sinnvoll?
- Erwartung steigender Zinsen: Lock-in der heutigen Konditionen
- Hohes Sicherheitsbedürfnis: kalkulierbare Anschluss-Rate
- Lange Restzinsbindung (24–60 Monate): Vorlaufzeit ausreichend für Vorteil
Wann ungeeignet
- Erwartung sinkender Zinsen — der Aufschlag wird zur Belastung
- Kurze Restbindung unter 12 Monate — normaler Anschluss-Wettbewerb reicht
- Unklare künftige Lebenssituation (Verkauf, Umzug) — Abnahmepflicht
Das Forward-Darlehen ist eine Abnahmepflicht: Der Kreditnehmer muss den Vertrag zum Stichtag erfüllen — auch wenn er die Immobilie verkauft hat oder die Zinsen gesunken sind. Eine vorzeitige Kündigung löst eine Nichtabnahmeentschädigung aus, die meist ähnlich hoch wie eine Vorfälligkeitsentschädigung ist.
Manche Banken verlangen kostenlose Vorlaufzeit bis 12 Monate und nur danach Aufschlag — andere ab Tag 1. Vor Abschluss genau prüfen, ab welchem Monat der Aufschlag gilt; das kann einige Tausend Euro Unterschied machen.