Haushaltsrechnung
Kapitaldienstfähigkeitsrechnung KDFnumber: 55 slug: haushaltsrechnung title: Haushaltsrechnung aliases:
- Kapitaldienstfähigkeitsrechnung
- KDF cluster: finanzierung shortDef: "Monatliche Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben — zeigt das verfügbare Einkommen für die geplante Kreditrate. Quantitative Hauptgrundlage der Kreditentscheidung." related:
- bonitaet
- kapitaldienstfaehigkeit
- wohnkostenquote
- lebenshaltungskosten
- annuitaetendarlehen updated: "2026-05-22"
Die Haushaltsrechnung ist die monatliche Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben des Kreditnehmers — und zeigt, wie viel verfügbares Einkommen für die geplante Kreditrate übrig bleibt. Sie ist die quantitative Hauptgrundlage der Kreditentscheidung.
Banken arbeiten mit zwei Methoden: Pauschalsätze (typ. 700–900 € pro Erwachsenem, 300–400 € pro Kind als Lebenshaltung) oder Selbstauskunft mit Kontoauszug-Prüfung. Bei knapper Bonität wird die Methode verwendet, die der Bank das niedrigere verfügbare Einkommen ausweist.
Bestandteile einer Haushaltsrechnung
| Einnahmen | Fixkosten | Variable Ausgaben | |---|---|---| | Netto-Gehalt | Miete / Eigenheim-NK | Lebenshaltung (Pauschale) | | 13. Monatsgehalt (anteilig) | Strom, Gas, Wasser | Mobilität (Pendel-KM) | | Mieteinnahmen (70–80 % anrechenbar) | Versicherungen (BU, KV, Haftpflicht) | Kleidung, Freizeit | | Kindergeld | Internet, Mobilfunk | Geschenke, Urlaub | | Renten, Pensionen | bestehende Kreditraten | Reserve für Unvorhergesehenes |
Banken erwarten typisch einen Puffer von mindestens 20–30 % auf das verfügbare Einkommen — also Annuität ≤ 70 % vom Verfügbaren. Wer das überzieht, bekommt zumindest einen Zinsaufschlag, häufig aber direkt eine Ablehnung. Die Wohnkostenquote (Annuität / Brutto-Einkommen) sollte 35–40 % nicht überschreiten.
Die Pauschalsätze für Lebenshaltung sind regional unterschiedlich. Banken arbeiten teils mit veralteten oder ländlich kalkulierten Pauschalen (700 €/Erwachsenem), die in Großstädten wie München tatsächliche Lebenshaltung von 1.100–1.400 € deutlich unterschätzen. Wer in der Praxis knapp kalkuliert, läuft Gefahr, dass die tatsächliche Belastung die Haushaltsrechnung sprengt.