Leerstandsquote
Leerstandsrate Vermietungsquote (inverse)number: 16 slug: leerstandsquote title: Leerstandsquote aliases:
- Leerstandsrate
- Vermietungsquote (inverse) cluster: mietrecht shortDef: "Anteil nicht vermieteter Wohnfläche oder Einheiten an einem Bestand — Frühindikator für Markt-Über- oder Unterversorgung und Treiber des Mietausfallwagnisses." related:
- mietausfallwagnis
- nettomietrendite
- bestandsmiete
- marktbericht updated: "2026-05-22"
Die Leerstandsquote misst den Anteil der nicht vermieteten Wohnfläche oder Wohneinheiten an einem Bestand. Sie ist Frühindikator für Markt-Über- oder Unterversorgung und der zentrale Treiber des Mietausfallwagnisses in der Investment-Kalkulation.
Die Leerstandsquote kann auf zwei Arten berechnet werden: nach Einheiten (leere Wohnungen / Gesamtwohnungen) oder nach Fläche (leere m² / Gesamt-m²). In der Marktforschung wird sie meist als Marktleerstand gemeldet — d. h. nur die marktrelevanten Leerstände (länger als 3 Monate, vermietbar, ohne strukturelle Bauschäden).
Berechnungs-Varianten
- Objekt-Leerstand: Anteil leerer Einheiten in einem einzelnen Gebäude oder Portfolio
- Markt-Leerstand: Anteil aller marktrelevanten Leerstände in einer Gemeinde (offizielle CBRE/Empirica-Statistik)
- Fluktuations-Leerstand: Übergangsleerstand zwischen zwei Mietverhältnissen (typisch 2–6 Wochen)
- Struktureller Leerstand: dauerhafte Nichtvermietbarkeit (B-/C-Lagen, technische Mängel)
Die Schwelle für einen funktionierenden Wohnungsmarkt liegt bei einer Leerstandsquote zwischen 3,0 % und 5,0 %. Darunter herrscht Knappheit (Mietsteigerungen, Mietpreisbremse), darüber Überangebot (Mietsenkungen, Mietausfälle). Großstadtwerte unter 1,5 % signalisieren strukturellen Wohnraummangel.
Die offiziellen Leerstandszahlen unterschätzen das tatsächliche Risiko bei einzelnen Objekten. Eine Wohnung in einem schwierigen Mikro-Markt (Lärm, Ostflügel-Lage, schlechter Grundriss) kann auch in München 6 Monate leerstehen, während der Marktdurchschnitt 0,4 % zeigt. Lage-Recherche schlägt Statistik.