Risiko-Rendite-Verhältnis
Risk-Return-Ratio RRVnumber: 72 slug: risiko-rendite title: Risiko-Rendite-Verhältnis aliases:
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- portfolio-theorie updated: "2026-05-22"
Das Risiko-Rendite-Verhältnis misst, wie viel Risiko ein Investor pro Renditeeinheit eingehen muss. Ohne Risikoadjustierung sind Renditeangaben nicht vergleichbar — eine 10 %-Rendite mit hohem Risiko ist nicht unbedingt besser als eine 6 %-Rendite mit niedrigem Risiko.
Gängige Risiko-Rendite-Maße
| Kennzahl | Was wird gemessen? | Typisch bei Immobilien | |---|---|---| | Sharpe Ratio | Risikoprämie pro Standardabweichung | 0,5 – 1,2 | | Sortino Ratio | Risikoprämie pro Downside-Volatilität | 0,8 – 1,8 | | Treynor Ratio | Risikoprämie pro Marktrisiko (Beta) | nicht klassisch anwendbar | | Calmar Ratio | Rendite pro maximalem Drawdown | 0,3 – 0,8 | | Information Ratio | Outperformance vs. Benchmark, risikoadjustiert | relevant bei REIT-Vergleich |
Anlageklassen im Risiko-Rendite-Vergleich (historisch 20 Jahre)
| Anlageklasse | Rendite p. a. | Volatilität | Sharpe | |---|---|---|---| | Aktien Welt (MSCI World) | 7,5 % | 15 % | 0,40 | | Anleihen (Bund 10 J.) | 2,5 % | 5 % | 0,30 | | Wohnimmobilien DE Direkt | 5,0 % | 5 % | 0,70 | | REITs Welt | 7,0 % | 17 % | 0,32 | | Tagesgeld | 1,5 % | 0 % | n/a | | Gold | 6,5 % | 15 % | 0,33 |
Direkt-Immobilien haben oft höhere Sharpe Ratios als Aktien — nicht weil sie sicherer sind, sondern weil die Volatilität ungenau gemessen wird. Immobilienpreise werden nicht täglich gehandelt, sondern monatlich oder quartalsweise bewertet ("Smoothing"), was die statistische Volatilität künstlich senkt. Risiko-adjustierte Renditevergleiche bleiben deshalb mit Vorbehalt zu lesen.
Die klassischen Risiko-Maße ignorieren das Illiquiditätsrisiko — Immobilien lassen sich nicht in Tagen verkaufen, oft braucht es 6–18 Monate. Ein Sharpe Ratio von 1,2 für Immobilien ist nicht direkt mit dem Sharpe Ratio von Aktien (täglich handelbar) vergleichbar. Ein Liquiditätsabschlag von 0,2–0,4 Punkten wäre fair.