Sharpe Ratio
Reward-to-Variability-Rationumber: 74 slug: sharpe-ratio title: Sharpe Ratio aliases:
- Reward-to-Variability-Ratio cluster: investment shortDef: "Bekannteste risikoadjustierte Renditekennzahl — Mehrrendite über risikofreien Zins pro Einheit Volatilität. Sharpe-Nobelpreis 1990." related:
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- capm-capital-asset-pricing-model updated: "2026-05-22"
Die Sharpe Ratio ist die bekannteste risikoadjustierte Renditekennzahl: Sie misst, wie viel Mehrrendite ein Investment über den risikofreien Zins erzielt — pro Einheit Volatilität. Eine Sharpe Ratio von 1,0 bedeutet: Für jeden Prozentpunkt Volatilität wird genau ein Prozentpunkt Mehrrendite über den risikofreien Zins erzielt.
Wobei R_p = Rendite des Portfolios · R_f = risikofreier Zins (typisch 10-J. Bundesanleihe) · σ_p = Volatilität des Portfolios. Eine höhere Sharpe Ratio ist immer besser — sie zeigt eine effizientere Risikonutzung.
Interpretation typischer Sharpe-Werte
| Sharpe Ratio | Bewertung | |---|---| | < 0 | Schlechter als risikofreie Anlage | | 0 – 0,5 | Schwach | | 0,5 – 1,0 | Akzeptabel | | 1,0 – 2,0 | Gut | | 2,0 – 3,0 | Sehr gut | | > 3,0 | Außergewöhnlich (meist Smoothing-Verdacht) |
Die Sharpe Ratio wurde 1966 von William F. Sharpe entwickelt und führte zusammen mit dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) zur modernen Portfoliotheorie. Sharpe erhielt 1990 den Wirtschaftsnobelpreis. Seine Kennzahl ist trotz aller Kritik weltweit der De-facto-Standard in der professionellen Vermögensverwaltung.
Die Sharpe Ratio ist sensitiv für die Wahl von R_f. Bei steigenden Zinsen sinkt die Risikoprämie und damit die Sharpe Ratio mechanisch — auch wenn die absolute Rendite unverändert bleibt. Vergleiche zwischen verschiedenen Jahren oder Anlageklassen müssen den gleichen Referenzzins nutzen.